
Netflix hat im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz um knapp 12 % und den Nettogewinn um rund 44 % gesteigert. Trotzdem verlor die Aktie am 21. Oktober 5,31 %. Netflix wächst weiter und ist hochprofitabel. Allerdings verlangsamt sich das Umsatzwachstum und das Unternehmen hat seine Werbeumsatzprognose gesenkt. Wie passt das zusammen?
Netflix steigert Umsatz und Gewinn deutlich
Am 20. Oktober veröffentlichte Netflix seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026.
Besonders auffällig ist, dass der Gewinn wesentlich schneller wächst als der Umsatz. Netflix erzielt damit aus seinen Einnahmen deutlich mehr Gewinn als noch im Vorjahr.
Berechnung: DecodeStocks, Datenquelle: SEC EDGAR
Doch während sich die Geschäftszahlen positiv entwickeln, sieht es beim Aktienkurs anders aus.
Die Netflix-Aktie schloss am 20. Oktober bei 68,69 US-Dollar. Einen Tag später lag der Schlusskurs bei 65,04 US-Dollar – ein Rückgang um 5,31 %.
Doch warum fällt die Aktie trotz der gestiegenen Gewinne? Ein genauerer Blick zeigt zwei Entwicklungen, die dabei eine Rolle spielen könnten.
Das Umsatzwachstum verlangsamt sich
Netflix wächst weiterhin zweistellig. Allerdings nimmt die Wachstumsgeschwindigkeit ab.
Im dritten Quartal 2025 lag das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr noch bei 17,2 %. Im aktuellen Quartal sind es 11,8 %.
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Netflix ein Wachstum von 11,5 %.
Berechnung: DecodeStocks, Datenquelle: SEC EDGAR
Das bedeutet nicht, dass Netflix weniger Umsatz erzielt. Im Gegenteil: Die Einnahmen steigen weiter.
Der Unterschied liegt im Tempo des Wachstums.
Für die Börse ist das relevant, weil Aktienkurse nicht nur von vergangenen Gewinnen beeinflusst werden. Auch die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens spielen eine Rolle.
Netflix senkt seine Werbeumsatzprognose
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft das Werbegeschäft.
Netflix verdient den Großteil seines Geldes mit Streaming-Abonnements. Zusätzlich sollen werbefinanzierte Angebote für weitere Einnahmen sorgen.
Für 2026 hatte Netflix bislang mit etwa 3 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz gerechnet. Nun erwartet das Unternehmen nur noch rund 2,7 Milliarden US-Dollar.
Das entspricht einer Senkung der bisherigen Prognose um ungefähr 10 %.
Netflix begründet die Anpassung damit, dass sich die Einführung einiger Funktionen seiner Werbeplattform langsamer entwickelt als geplant.
Wichtig dabei: Es handelt sich nicht um einen Rückgang bereits erzielter Werbeumsätze, sondern um eine niedrigere Prognose für das Gesamtjahr.
Der Ausbau des Werbegeschäfts bleibt damit eine mögliche zusätzliche Einnahmequelle, benötigt aber mehr Zeit als ursprünglich erwartet.
Wie profitabel ist Netflix tatsächlich?
Trotz des nachlassenden Umsatzwachstums hat Netflix seine Profitabilität im dritten Quartal deutlich verbessert.
Das operative Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahresquartal von 3,25 auf 4,46 Milliarden US-Dollar.
Die operative Marge erhöhte sich gleichzeitig von 28,2 % auf 34,6 %.
Vereinfacht gesagt: Von 100 US-Dollar Umsatz blieben Netflix im dritten Quartal rund 35 US-Dollar als operativer Gewinn übrig – nach Abzug der operativen Kosten.
Berechnung: DecodeStocks, Datenquelle: SEC EDGAR
Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Netflix erklärt selbst, dass die besonders hohe operative Marge teilweise auf den Zeitpunkt angefallener Ausgaben zurückzuführen ist.
Die Marge eines einzelnen Quartals muss daher nicht dauerhaft auf diesem Niveau bleiben.
Auch der Free Cashflow ist gestiegen. Dieser lag im dritten Quartal bei rund 2,88 Milliarden US-Dollar, nach 2,66 Milliarden im Vorjahr.
Er zeigt vereinfacht, wie viel Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft nach den Investitionen in Sachanlagen verbleibt.
Die Zahlen verdeutlichen, dass Netflix weiterhin erhebliche Gewinne und freie Mittel erwirtschaftet. Gleichzeitig macht die Entwicklung des Werbegeschäfts deutlich, dass auch ein profitables Unternehmen vor Herausforderungen stehen kann.
Fazit: Gute Geschäftszahlen und fallende Aktienkurse schließen sich nicht aus
Netflix hat im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz und Gewinn gesteigert und die Profitabilität deutlich verbessert.
Gleichzeitig verlangsamt sich das Umsatzwachstum. Außerdem hat das Unternehmen seine Werbeumsatzprognose gesenkt.
Diese Entwicklungen bieten eine mögliche Erklärung dafür, weshalb die Aktie trotz der positiven Gewinnentwicklung unter Druck geraten ist.
Um Geschäfts- und Kursentwicklung besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf Umsatz, Gewinn, Cashflow und die zugrunde liegenden Wachstumsfaktoren.
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Aufbereitung:DecodeStocksDatenquellen:SEC EDGARTwelve Data
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